Defäkographie
Beispiel Bilder
  
Quantitative Defäkographie mit PC-gestützter hochauflösender Videodigitalisierung


Zielsetzung:
Obstipation und Inkontinenz sind weit verbreitete Erkrankungen. Ursachen sind häufig anatomische und funktionelle Veränderungen im Bereich von Colon, Rectum und Beckenboden. Das bekannte bildgebende Verfahren, die Defäkographie, wurde um eine dynamische, digitale Darstellung des Bewegungsablaufes erweitert.

Material und Methode:
Für die Defäkographie wurde ein PC-gestützter Bildarbeitsplatz mit hochauflösender, schneller Video-Digitalisierung entwickelt. Zusätzlich zu den konventionellen Filmaufnahmen wird bei allen Patienten die Entleerung unter Durchleuchtung digital aufgezeichnet (12 Bilder, 8 Bilder/s). Die digitalen Bilder ermöglichen eine Bestimmung des Ano-Rectal-Winkels und der Beckenbodensenkung in Ruhe, Anspannungs- und Preßphase. Bisher wurden 164 (m: 37, w: 127) Patienten untersucht.

Seitliche Mastdarmaufnahme (23k)

Darstellung der Beckenbodensenkung (32k)

Ergebnisse:
Der Bewegungsablauf ist durch die dynamische Aufzeichnung sehr anschaulich beurteilbar. Insbesondere für die Dokumentation einer Beckenbodensenkung oder Rectocele konnte bei allen Patienten ein Bild maximaler Ausbildung ausgewählt werden. Die Analyse der Ano-Rectal-Winkel ergab deutlich höhere Werte bei Patienten mit einer Inkontinenz (Steilstellung des Rektum). Im Vergleich zu den konventionellen Aufnahmen ist die diagnostische Sicherheit mit Ausnahme der Beurteilung ganz feiner Strukturen gleich hoch.
Die Strahlenexposition wird durch den Einsatz der digitalen Technik reduziert, da auf 2-3 Filmaufnahmen verzichtet werden kann.

Schlußfolgerung:
Der herausragende Vorteil der strahlungsreduzierenden, digitalen Serienbildtechnik liegt zum einen in der Darstellung des gesamten Bewegungsablaufs und zum anderen in der quantitativen Winkel- und Längenbestimmung. Beckenbodensenkung und Ano-Rectal-Winkel werden quantitativ ausgewertet. Die Strahlenexposition kann durch Einsatz der digitalen Technik um bis zu 50 % reduziert werden.



 
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TU Darmstadt
Institut für Elektromechanische Konstruktionen
20.09.1997   Ronald A. Blechschmidt