Material und Methode:
Für die Defäkographie wurde ein PC-gestützter Bildarbeitsplatz
mit hochauflösender, schneller Video-Digitalisierung entwickelt. Zusätzlich
zu den konventionellen Filmaufnahmen wird bei allen Patienten die Entleerung
unter Durchleuchtung digital aufgezeichnet (12 Bilder, 8 Bilder/s). Die
digitalen Bilder ermöglichen eine Bestimmung des Ano-Rectal-Winkels
und der Beckenbodensenkung in Ruhe, Anspannungs- und Preßphase. Bisher
wurden 164 (m: 37, w: 127) Patienten untersucht.
Ergebnisse:
Der Bewegungsablauf ist durch die dynamische Aufzeichnung sehr anschaulich
beurteilbar. Insbesondere für die Dokumentation einer Beckenbodensenkung
oder Rectocele konnte bei allen Patienten ein Bild maximaler Ausbildung
ausgewählt werden. Die Analyse der Ano-Rectal-Winkel ergab deutlich
höhere Werte bei Patienten mit einer Inkontinenz (Steilstellung des
Rektum). Im Vergleich zu den konventionellen Aufnahmen ist die diagnostische
Sicherheit mit Ausnahme der Beurteilung ganz feiner Strukturen gleich hoch.
Die Strahlenexposition wird durch den Einsatz der digitalen Technik
reduziert, da auf 2-3 Filmaufnahmen verzichtet werden kann.
Schlußfolgerung:
Der herausragende Vorteil der strahlungsreduzierenden, digitalen Serienbildtechnik
liegt zum einen in der Darstellung des gesamten Bewegungsablaufs und zum
anderen in der quantitativen Winkel- und Längenbestimmung. Beckenbodensenkung
und Ano-Rectal-Winkel werden quantitativ ausgewertet. Die Strahlenexposition
kann durch Einsatz der digitalen Technik um bis zu 50 % reduziert werden.
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20.09.1997 Ronald A. Blechschmidt
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