26.09.2005

Alfred-Kuhlenkamp-Preis 2005 an Dr. Uwe Jungnickel

Der Alfred-Kuhlenkamp-Preis 2005, verliehen von der VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik (GMM) für hervorragende wissenschaftliche, konstruktive oder experimentelle Arbeiten, wurde am 22. September 2005, in Ilmenau an Dr.-Ing. Uwe Jungnickel vergeben. Jungnickel überzeugte die Jury mit einem neuartigen miniaturisierten Positionssystem. Positioniersysteme sind Kernbestandteile von Robotern mit der Aufgabe, eine Arbeitsplattform, die z. B. ein Werkzeug trägt, in eine gewünschte Position im Raum zu bringen. Die meisten Roboter können im Gegensatz zu ihrem Eigengewicht nur sehr geringe Nutzlasten bewegen. Jungnickels Positioniersystem ermöglicht jedoch beliebige Antriebskonfigurationen, da seine Plattform aus einer Vielzahl von Hebelübersetzungen mit Festkörpergelenken besteht. „Insgesamt zeigt Jungnickels Arbeit ein hohes Innovationspotenzial sowohl in konstruktiver als auch in fertigungstechnischer Sicht und bietet eine Vielzahl von Anwendungen in der Automatisierungstechnik, der Mikromontage aber auch in völlig neuartigen Gebieten wie der Mikromedizin und Mikrobiologie“, freut sich der VDE.

Inspiriert wurde Jungnickel durch das ständig wachsende Interesse an Miniatur- und Mikrorobotern, z. B. aus der roboterunterstützten Mikrochirurgie. Die Besonderheit seiner Arbeit besteht darin, dass er erstmals miniaturisierte Positioniersysteme mit mehreren räumlichen Freiheitsgraden als Gesamtsystem betrachtet und damit zwei verschiedene Teilaufgaben – die Antriebe sowie die Kinematik – zusammengefügt hat. Der Clou: Sowohl die Antriebe als auch die Kinematik werden als monolithische Strukturen hergestellt. Für die Positionierung der Arbeitsplattform verwendet er eine Parallelkinematik. Hierfür entwickelte er Mikroschrittantriebe nach dem „Inchwormprinzip“, die monolithisch in einer gemeinsamen Plattform integriert sind. Bei der Entwicklung seiner Positionssysteme setzt Jungnickel auf eine kostengünstige Realisierbarkeit durch monolithische Strukturen. Das neuartige Konzept besteht aus wenigen Einzelteilen, die mit geringem Montageaufwand zusammengesetzt werden.

Der mit 3.000 EUR dotierte Preis ist nach dem bedeutenden Braunschweiger Feinwerktechnik-Professor und Nestor der Feinwerktechnik Alfred Kuhlenkamp benannt und wird alle drei Jahre für Innovationen der Mikro- und Feinwerktechnik vergeben.

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Mikrotechnik

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